Ein Schwank aus meiner Kindheit

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Es muss so 1953 gewesen sein als ich in den Kindergarten kam. Das erste Mal von der Mutter für ein paar Stunden getrennt. Meine Mutter konnte in der Zeit ihrer Arbeit in Ruhe nachgehen. Sie war Schrankenwärterin, eine Tätigkeit, die heute kaum noch einer kennt. Meine Mutti – wie ich sie immer nannte – fuhr dann zweimal vormittags mit dem Fahrrad zu der Schrankenanlage an einer Bundesstraße. Dort musste sie dann von Hand die Schranken herunterkurbeln und, wenn der Zug durchgefahren war, die Schranken wieder hochkurbeln. Mein Vater hatte währenddessen in dem Bahnhof, in dem wir auch wohnten, eine Bürotätigkeit. Nach dem Schrankendienst fuhr meine Mutter dann wieder mit dem Fahrrad zurück nach Hause.

Mitunter war das allerdings beschwerlich. Während mein Vater dort im Büro arbeitete, saß ich vor der Kindergartenzeit im Kinderwagen vor dem Büro und manchmal nahm der Lokführer mich samt Kinderwagen in den Führerstand der Lok. Die Lok fuhr dann genau zu den Schranken an denen meine Mutter ihren Dienst tat, hielt an und lud mich samt dem Kinderwagen an der Schranke wieder aus. Was blieb meiner Mutter also übrig, als Fahrrad und Kinderwagen zu Fuß nach Hause zu schieben.

Heute ein König

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Man sagt im Allgemeinen  »Der Einäugige ist König unter den Blinden« und so fühle ich mich auch. Nach der zweiten Augen-OP und 3 Tagen PC-Abstinenz habe ich heute wieder meinen Rechenknecht in Betrieb genommen. Die alte Lesebrille hat zwar nicht ganz die richtige Vergrößerung, aber damit und der Bildschirmlupe des Rechners klappt das Schreiben einigermaßen.

Der Verband ist mittlerweile ab und die Fernsicht ist (auch ohne Brille) wieder scharf. Jetzt muss ich nur noch etwas Geduld aufbringen bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist. Dann kann ich das Projekt „Neue Lesebrille“ in Angriff nehmen.

Vorfrühlingshimmel

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In meinem Hardware-Briefkasten finde ich nicht nur Werbe-Pamphlete sondern manchmal auch Rechnungen. Rechnungen sind ja meist negativ behaftet – diesmal allerdings nicht. Es ist eine Abrechnung – die Heiz- und Wasserkostenabrechnung des letzten Jahres – und die schließt mit einer Gutschrift ab. Da freut man sich doch. Es macht sich also bezahlt, wenn man das Warm- und Kaltwasser sowie die Heizung immer bewußt nutzt. So sinken auch die zukünftigen monatlichen Mietnebenkosten ein Wenig.

Und als Sahnehäubchen oben drauf, zeigte sich heute nach tagelangem Regen der Vorfrühlingshimmel zeitweise in strahlendem Blau und Weiß. Da konnte ich zum obligatorischen Sonntag-Nachmittags-Spaziergang die neue Sonnenbrille aufsetzen.


Scharfe Häschen & knospende Knospen

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Nächste Woche habe ich meine zweite Augen-OP. Wenn alles gutgeht, kann ich danach auch wieder auf beiden Augen ohne Brille sehen. Ein bißchen Bammel ist vorher immer dabei. Doch hoffen wir mal, dass alles genau so glatt wie bei dem anderen Auge abläuft.

Und weil in einem Monat schon Ostern ist, habe ich meine Wohnungstüre mit einem „scharfen Häschen“ dekoriert. Daran kann ich dann nach der OP testen, ob ich auf beiden Augen gleich scharf sehe.

Die Ahornbäume auf dem Balkon zeigen schon erste zaghafte Knospen. Da wird es wettertechnisch wohl auch bald Frühling werden. Wer weiß, vielleicht kann ich ja Ostern den Nachmittagskaffee schon auf dem Balkon genießen.

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